Dämmt und puffert Feuchte
Stroh
Nebenprodukt der Getreideernte, fällt jedes Jahr neu an. Nimmt Wasserdampf auf, gibt ihn ab und leitet ihn weiter. Mineralwolle und Hartschaum können das nicht.
Bauphysik · Materialien · Aufbauten
Ein gesundes Haus ist kein Zufall, sondern eine Frage des Aufbaus. Wir bauen ausschließlich diffusionsoffen, mit Stroh, Holz und Lehm. Hier zeigen wir, wie eine Wand Feuchte abgibt statt sie zu speichern, wie unsere Dächer gedämmt sind und warum wir auf Schraubfundamente und Stampflehm setzen.
Das Grundprinzip
Wasserdampf wandert durch die Wand nach außen und trocknet ab, statt in der Dämmung zu bleiben. Dafür bauen wir ohne dampfsperrende Schichten, ohne Styropor, ohne chemischen Holzschutz.
Warum die drei zusammen funktionieren
Lehm hält das Holz trocken
Lehm zieht Feuchte vom Holz weg. Unter 20 Prozent Holzfeuchte verlangt die Holzschutznorm keinen chemischen Schutz.
Stroh verteilt, statt zu sammeln
Stroh leitet Feuchte weiter. Geschlossenzellige Dämmstoffe lassen sie an der kalten Seite stehen.
Nach außen wird es offener
Der Diffusionswiderstand nimmt von Schicht zu Schicht ab. Deshalb wandert die Feuchte in die richtige Richtung.
Erkunde den Schnitt
Tipp auf die Punkte für Details zu jedem Bauteil, ganze Zeichnung ansehen
Tipp auf die Schichten, von innen (Lehm) nach außen (Kalk).
Schicht für Schicht
Der Aufbau ist nicht bei jedem Haus gleich. Das Prinzip schon: nach außen wird jede Schicht offener.
Ein typischer Aufbau, von innen nach außen. Dämmung, Fassade und Putze variieren je nach Projekt.
Die Dämmebene
Regional, nachwachsend, kaum Herstellungsenergie. Gleichmäßig verdichtet dämmt es lückenlos und trägt zugleich den Putz auf beiden Seiten.
Jeder Stoff macht seinen Job
Jede Schicht hat eine Aufgabe. Keine muss etwas leisten, wofür sie nicht gemacht ist.
Dämmt und puffert Feuchte
Nebenprodukt der Getreideernte, fällt jedes Jahr neu an. Nimmt Wasserdampf auf, gibt ihn ab und leitet ihn weiter. Mineralwolle und Hartschaum können das nicht.
Reguliert und hält trocken
Der stärkste Feuchtepuffer im Aufbau. Nimmt Feuchtespitzen aus der Raumluft und gibt sie zurück, wenn es trockener wird.
Trägt
Trägt und steift die Wand aus. Regional geschlägert und verarbeitet.
Und außen Kalk
Wetterschutz, diffusionsoffen und kapillaraktiv. Zementputz kommt nicht in Frage, der sperrt die Feuchte ein.
Zwei Wege, dieselbe Dämmung
Zwei Formen, dasselbe Material. Der Unterschied liegt darin, wie lückenlos das Gefach am Ende gefüllt ist.
Was am Ende übrig bleibt
Ein Haus wird irgendwann zurückgebaut. Dann zählt, was übrig bleibt.
Stroh und Lehm sind kompostierbar, Holz bleibt Holz. Keine verklebten Schichtpakete, kein Hartschaum für die Deponie, keine Dampfsperre zum Abziehen. Lehmputz bindet nicht chemisch ab, man kann ihn wieder anrühren.
Eine Ausnahme: Im Dach liegt eine diffusionsoffene Unterdeckbahn aus Kunststoff. Sie hält während der Bauzeit Regen ab und lässt Dampf durch. Einen gleichwertigen Ersatz aus Naturmaterial haben wir nicht gefunden.
Warum Stroh einer der besten ökologischen Dämmstoffe ist, und wie wir ihn im Wandaufbau verarbeiten.
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